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Ich und Du und Es
von der Verschmelzung zweier Möglichkeiten

"Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden,
die man alleine nie gehabt hätte."

Woody Allen


     Nicht nur in der Ehe, wie hier so nett mit Woody Allen's Worten beschrieben, erfahren Menschen in allen Arten von Beziehungen das Phänomen, plötzlich mit Problemen und Schwerpunkten im Leben konfrontiert zu sein, die sie alleine für sich oder im Zusammensein mit wiederum anderen so nicht kennen oder gar für möglich gehalten hätten.
Wie wir es im Chemie - Unterricht gelernt haben, so entsteht aus der Verbindung zweier Substanzen eine dritte, neue, die einerseits Eigenschaften von jedem ihrer jeweiligen Grundelemente aufzuweisen vermag, jedoch letztendlich ganz neue, ganz eigene Charakteristika besitzt.
Wir kennen es auch aus der Biologie, wenn aus der Verpaarung von zwei Einzelwesen ein drittes, neues Wesen entsteht oder eine Frucht, die wiederum alle Informationen in sich trägt, die beide Anteile zu ihrem Entstehen beigetragen haben, und doch von neuer Form ist.

     Ein Miteinander - in - Beziehung - Treten findet aber nicht nur auf der materiellen und körperlichen Ebene statt, sondern immer - und oftmals bleibt es dabei und ist dennoch nicht weniger wesentlich für beide Beteiligten - auf der geistigen, seelischen und energetischen Ebene.
Jeder Mensch hat eine individuelle Grundstruktur, sein eigenes Energiefeld, sein einzigartiges Muster. Treffen zwei Menschen - oder auch ein Mensch und ein Tier, ein Mensch und ein Baum, ein Mensch und eine Sache - zusammen, dann verbinden sich diese, einen jeden von ihnen umgebenden, Energiefelder. Zwei (Aura -) Kreise bilden immer Schnittmengen der einen oder anderen Art.
Meine Beobachtungen und Erfahrungen in der astrologischen Beratung und meine Arbeit mit Individuen, Paaren, Eltern und Kindern sowie die Einblicke in die energetischen Zusammenhänge haben mir auf faszinierende Weise das Phänomen dessen gezeigt, was ich nun das "Es" nenne, was eigentlich das Dritte ist aus Zweien, das Wir aus einem Ich und einem Du.
Aus jeder Verbindung von zwei Individuen entsteht eine neue energetische Einheit, die sich nicht nur als eine Schwingung, sondern auch wie eine vollständige Persönlichkeit zeigt, die neben den individuellen Lebensthemen der Einzelnen eine eigene Aufgabe hat, ein eigenes Erleben, ja, ein eigenes Schicksal.

     Viele Menschen kennen diese Erfahrung: ist man mit der einen Person zusammen - das muss nicht ein Liebespartner oder Freund sein -, dann erfährt man sich selbst als offen und froh und spürt sich in seinem eigenen positiven Kraftpotential, im Zusammensein mit einem anderen Menschen wiederum fühlt man sich gehemmt, blockiert oder verhält sich, gemessen an den eigenen Maßstäben, ausgesprochen negativ. Dies ist bei weitem nicht nur tagesformabhängig oder von Launen und Mondphasen beeinflussbar, obwohl auch diese, wie in jedem individuellen Erleben, eine Rolle spielen.
Hinter all diesen Erfahrungsphänomenen wirkt das Resonanzverhältnis, in dem man sich mit dem Gegenüber befindet. Jeder kennt es: manchmal stimmt "die Chemie" zwischen uns und dem Anderen ganz einfach und auf Anhieb, zu anderen Gelegenheiten will sich so rein gar nichts verbinden, und man fühlt sich voneinander regelrecht abgestoßen, obwohl man sich aufgrund von gemeinsamen Interessen und Werdegängen eigentlich viel zu sagen haben müsste. Da aber die Schwingung zwischen den beiden Individuen regelrechte Störfelder erzeugt oder zumindest von unterschiedlicher Frequenz ist, will keine Harmonie entstehen, so sehr man sich auch bemühen mag.

     Astrologisch können wir das Phänomen von Beziehung einer jeden Art mit sogenannten Komposit -Horoskopen analysieren und verständlich machen.
Zur Erstellung eines Komposit - Horoskops benötigt man die individuellen Horoskope der beiden Partner und erstellt daraus ein drittes, welches auf den jeweiligen Halbsummen der einzelnen Aszendenten-, MC- und Planetenpositionen und deren kürzesten Abständen voneinander basiert.

     Kommen zwei Menschen zusammen, formt sich sofort energetisch eine dritte Wesenheit aus, die aus den mitgebrachten, nun aufeinander treffenden, Elementen beider entsteht. Ob und wie diese unsichtbare Person dann vom Einzelnen erlebt und integriert werden kann, das zeigt wiederum der Vergleich mit dem individuellen Horoskop bzw. die Synastrie, die man für jeden der Partner mit dieser dritten Person erstellen kann.

     Das Wir, das zwei Individuen bilden, wird zu einem Es, einem Dritten im Bunde, mit dem wir so manches Mal unsere Last haben mögen, in anderen Verbindungen aber auch unsere wahre Freude erleben. Die glückliche Ehe, die erfüllende Freundschaft, die harmonische Geschwisterliebe oder auch das immer wieder beglückende Zusammenleben mit unserem Haustier sind das Ergebnis einer ausgewogenen dritten Person, die uns und den Anderen immer begleitet. Eine solche glückliche und erfüllende Beziehung verlangt nicht danach, analysiert und bearbeitet zu werden.
Jedoch ist dieses sehr interessante Phänomen des "Beziehungsgeistes" dann eine eingehende Betrachtung wert, wenn das "Es" uns das Leben unendlich schwer zu machen scheint. Wir mögen dabei feststellen, dass der Beziehungsgeist so manches Mal ein karmisch notwendiger ist, damit wir unsere Lebenslektionen auch wirklich lernen. Manchmal jedoch stellt das Es einer Beziehung eine Art Selbst - Sabotage, Selbst - Verletzung und karmisch geprägte Selbst - Bestrafung dar, über die wir hinaus wachsen sollten.
Viele Beziehungen könnten geheilt werden, wenn die Partner (ob Liebes - oder Geschäftspartner) oder die Eltern, die Probleme mit ihren Kindern haben, ihre Beziehungspersönlichkeiten kennen lernen und entweder bewusst als Wesen mit all seinen Charakteristika in ihrem Leben willkommen heißen und integrieren oder auch - was bei Eltern und Kindern, solange diese noch klein sind, keine Lösung ist, da sie ganz offensichtlich immer eine karmische Aufgabe füreinander darstellen - sich von einem ungeliebten Beziehungsgeist zu verabschieden und diesen sozusagen auszutreiben, wenn deutlich wird, dass er ein Spuk in ihrem Leben bedeutet, ein Irrlicht oder einen zu lösenden Zauber auf dem Weg zur Selbst - Werdung.

     B etrachten wir nun die Aussagekraft eines Komposits anhand des Beziehungswesens eines Paares, das wegen seiner, im Rahmen des konventionellen Moralverständnisses der Zeit, ungewöhnlichen Beziehung, weltweit Aufmerksamkeit erregte: Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre.


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Horoskop von Simone de Beauvoir
Paris, 09.01.1908 um 04:50 Uhr


     Simone de Beauvoir (9. Januar 1908 - 14. April 1986) war eine französische Schriftstellerin, Philosophin und Feministin. Als Vertreterin des Existenzialismus wurde sie zunächst bekannt mit ihren Werken "Sie kam und blieb" und "Das Blut der anderen". Weltweite Anerkennung als bekannteste Intellektuelle Frankreichs erlangte sie schließlich mit ihrem Roman "Das andere Geschlecht", der sich mit der Rolle der Frau im Patriarchat befasste, womit sie eine der Grundlagen der neuen Frauenbewegung schuf. Sie vertrat darin die existenzialistische These, dass es keine wie auch immer geartete Essenz von Frau geben kann:
"On ne nait pas femme, on le devient." Man wird nicht als Frau geboren, man wird es.


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Horoskop von Jean Paul Sartre
Paris, 21.06.1905 um 19:35 Uhr


     Jean Paul Sartre (21. Juni 1905 - 15. April 1980) ist uns bekannt als Schriftsteller, Philosoph und Publizist und gilt als Gründer und Hauptvertreter des französischen Existenzialismus, dessen grundlegende These Sartre in dem Schlüsselsatz formuliert: "L'existence précède l'essence." Die Existenz geht dem Wesen voraus. Was so viel bedeutet, dass der Mensch nur seine nackte Existenz als gegeben annehmen muss, was er jedoch daraus als sein Ich formt, bleibt ihm überlassen und untersteht demzufolge auch seiner eigenen Verantwortung. Sartres bekannteste frühe Werke sind "Die Transzendenz des Ego", "Der Ekel" und "Das Sein und das Nichts", denen in späteren Jahren "Kritik der dialektischen Vernunft" und "Die Wörter" folgten.

     Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre begegneten sich als geistige Gefährten, als sie 22 Jahre alt war und er 25. Obwohl sie beide über die Jahre Liebesbeziehungen zu anderen Männern bzw. Frauen unterhielten, überdauerte ihre Beziehung zueinander jede andere ihrer Verbindungen und blieben sie sich ein Leben lang außergewöhnlich nahe, während sie sich weiterhin siezten und so ihre intensive innere Nähe durch eine gewisse äußere Distanz ad absurdum zu führen schienen und die Tatsache ihrer seelischen Ehe bizarr wirken ließen. Gemeinsam waren sie politisch engagiert, zusammen arbeiteten sie an gemeinsamen Publikationen, gingen über viele Jahre regelmäßig miteinander auf, teilweise weite, Reisen und waren stets, wenn auch nicht in einer gemeinsamen Wohnung, so doch in derselben Stadt zu Hause. Simone de Beauvoir pflegte Jean Paul Sartre während seiner Krankheit in den letzten Jahren seines Lebens und wurde nach ihrem Tod neben ihm begraben.


"Die Harmonie zwischen zwei Menschen ist niemals gegeben.
Sie muss immer wieder neu erobert werden."

Simone de Beauvoir


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Komposit


     Das "Es" aus der Beziehung von Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre kommt in die Welt mit einem Schützen am Aszendenten, dessen Regent, der Jupiter, sich im siebten Haus befindet. Dies bedeutet, dass die durch die beiden geschaffene Energie - Person als Vertreter einer Philosophie die Begegnung verlangt und in die Begegnung strebt, sich also mit Hilfe des Anderen zu erfüllen sucht. Die Sonne als Sinnbild der Art und Weise, wie die Anlage des Aszendenten verwirklicht werden kann, zeigt mit ihrer Position im vierten Feld an, dass die Verwirklichung über das seelische Sich - in - sich - Finden vonstatten geht. Im vierten Haus liegt wiederum auch das Ergebnis dieses Strebens symbolisiert, da sich der Merkur als Regent des MC Jungfrau ebenfalls dort befindet.
Die Summe der Bemühungen führt demnach zu einer Analyse der Seelengründe wie auch zu einer Aussteuerung der seelischen Notwendigkeiten gemäß den realen Möglichkeiten, d.h. gemäß der Vernunft. Umgekehrt kann man sagen, Vernunft wird Empfinden und daraus gelangt das Wesen zu schöpferischem, gemüthaftem Ausdruck, der dem Merkur entsprechend in Wort und Schrift realisiert wird. Somit führt die Synthese aus analytischem Verstand und Gefühl zur Verwurzelung in sich selbst. Das Paar findet ineinander ein seelisches Zuhause.
Im ersten Haus befindet sich der Uranus, der aufgrund dieser Häuserstellung verlangt, dass er über die Person (in diesem Fall über das Energiewesen) einen Platz in der Welt bekommen soll. Als Herrscher von Drei regiert er das Denken und intellektuelle Erfassen der Welt sowie den mündlichen und schriftlichen Ausdruck dieses Geschehens. Inhaltlich bedeutet Uranus Wandel und Erneuerung und auch das Unerhörte und Noch - nie - Dagewesene. Er ist der Träger des Denkens und der neuen Philosophie des Existenzialismus, die über die Arbeiten von Beauvoir und Sartre einen sichtbaren Ausdruck (1. Haus) und eine Funktion (3. Haus) in der Welt fand.
Das unbegrenzte Fühlen des Fische - Mondes wird über den Saturn, der sich mit diesem in exakter Konjunktion befindet, zu einem Maßstab des Gefühls, welcher wiederum in jedweder Kommunikation bzw. in schriftlichen Werken zum Ausdruck kommt (3. Haus). Andererseits wird das Gefühlswesen des Mondes durch den Saturn in übermäßige Distanziertheit und Korrektheit gekleidet, was den Mangel an äußerer Intimität dieses Paares erklärt.

     Während Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre, wie die Jahre zeigten, in ihrem Es einerseits unlösbar miteinander verbunden waren (Jupiter und Pluto in Sieben), sich ganz offensichtlich wahrhaft liebten, respektierten und achteten und einander eine seelische Heimat bedeuteten (Sonne und Herrscher des MC sowie Venus in Vier), blieben sie andererseits persönlich frei und ungebunden (Uranus in Eins) und im Sinne einer klassischen Ehe völlig unverbindlich (Neptun in Acht).
Ihre Beziehung war der Träger ihrer gemeinsamen Philosophie und die daraus für beide gewonnene Energie eine fortwährende Inspiration, Unterstützung und Bestätigung auf ihrem persönlichen Lebensweg, die beiden auch materiell ein gutes Auskommen bescherte (Mars als Herrscher von Fünf in Zwei).


 
 
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