Notes on the way (2026.10)
Bonjour Tristesse
jugendlich schön und faltenfrei, aber todtraurig
Warum Kollagen unglücklich machen kann
Nach dem Sommer ist vor dem Winter – und jeder möchte gerne gut aufgetankt in die graue Jahreszeit wechseln. Wie traurig also, wenn sich ausgerechnet im Sommer Beschwerden einstellen, anstatt dass bereits bestehende im Sonnenschein verschwinden. Ich bedaure darum sehr zu hören, was mir meine Klientin bei unserem Zoom-Termin an seltsamen Symptomen schildert, die sich über die schönsten Monate des Jahres hinweg überraschend eingestellt haben. Trotz reichlich Sonne vor Ort (in England ja nicht selbstverständlich) und trotz des ersehnten Traumurlaubs auf den Malediven, sind nicht nur der Körper, sondern vor allem auch das Gemüt völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Hoppla! Okay, man kennt das. Gerade weil der Sommer und der Urlaub so schön waren, fällt der Wiedereinstieg ins Alltagsleben oftmals schwer. Man braucht ein paar Tage, um wieder in die Routinen zu finden und sich darin wohl zu fühlen, nicht nur damit abzufinden. Denn schließlich sollten wir lieben, was wir tun und womit wir unsere Existenz sichern. Beruf gleich Berufung – idealerweise.
Aber, wie sich herausstellt, ist es hier nicht der Abschied von Freiheit und Leichtigkeit und die Rückkehr in den Berufsalltag, was so schmerzt, sondern etwas ganz anderes, denn die Missstimmung, die Traurigkeit und die vielen Tränen haben sich schon unter der Urlaubssonne eingestellt. Die eigene Verdachtsdiagnose: Hormone!
Nun gut, das kann Mitte Vierzig schon mal ein Thema werden. Nicht selten geht es dann ja bereits los mit dem Umbruch, dem Wechsel, Verwirrung und Verzweiflung, weil der Körper macht, was er will, und man nicht mehr Herrin im eigenen Haus ist, sondern zu allen möglichen Gelegenheiten und oftmals total überraschend völlig aus dem Häuschen gerät. Ehemänner lernen schnell dazu, wenn klar wird, dass sie nichts dafürkönnen, obwohl sie beschuldigt werden. Was vorher PMS war, ist jetzt der Wechsel. In der Schwangerschaft war es ja ähnlich. Das sind eben die weiblichen Gezeiten. Mann findet sich damit ab und widmet sich vermehrt seinen Hobbys – was natürlich wiederum ein empfindlicher Kritikpunkt ist. Aber welcher Ehemann ist bester Freund und Therapeut gleichzeitig, wenn die Stürme einsetzen und die Geliebte zur Pulsatilla* wird? Welcher Ehemann sucht an diesen plötzlich über ihn hereinbrechenden, emotionalen Apriltagen nicht den Rückzug oder das Weite und übt sich in Schweigen, wenn Streit nicht seine Sache ist? Lieber nicht reden als generell das Falsche sagen!
In diesem Fall ist es so, und die Frau ist noch unglücklicher als sie es sowieso schon war, denn jetzt kommt die Ehekrise noch obendrauf. Pulsatilla meldet tatsächlich, aber es sind weniger die Hormone, die hier Purzelbäume schlagen. Wie ich im Laufe des Gesprächs überrascht feststelle, ist es vielmehr das, womit die Klientin durch die tägliche Einnahme des neuen Kollagen-Produkts in Resonanz geht. Sieh an! Wer hätte das gedacht? Und wer hat das bisher gewusst, was für einen Homöopathen sofort Sinn macht: die Klientin erlebt das, was man eine Prüfung nennt.
Man kann ein fertiges homöopathisches Arzneimittel prüfen, indem man es einmal oder eine Zeitlang einnimmt, ohne zuvor irgendwelche Beschwerden oder Symptome gehabt zu haben, also dann, wenn man gesund ist. Prompt oder allmählich entwickeln sich dann körperliche, geistige und seelische Symptome, die genau diese Arznei zu heilen in der Lage ist, wenn sie zu einem regelrechten Krankheitsbild gehören, d.h. von alleine entstanden sind. Der Gesunde zeigt also an, wofür das Homöopathikum am Ende am Kranken eingesetzt werden kann, um diesen zu kurieren. Dasselbe Prinzip wirkt hinter der Einnahme einer Grundsubstanz. Auf viele Heilwirkungen wurde man darum aufmerksam, weil manche Stoffe eine Giftwirkung haben. Das, was sich als Konsequenz aus dieser an Körper und Geist einstellt, bestimmt die wundersame Heilwirkung eben der aufgeschlossenen (potenzierten) Arznei.
Im Fall meiner Klientin wirkt die Grundsubstanz: das Kollagen – und bringt allerhand Beschwerden hervor, während es gleichzeitig offenkundig auch die Absicht der Einnahme erfüllt, nämlich eine deutliche Frische ins Gesicht zu zaubern, obwohl die Klientin sich insgesamt so elend fühlt. Weniger Falten, mehr Glätte der Haut. Donnerwetter! Gutes Produkt. Oder doch nicht?
Kollagen besteht aus Haut, Knochen und Knorpel von Nutztieren, ist also im Grunde ein Abfallprodukt der Fleischindustrie, ähnlich gut vermarktet wie das Fluorid aus der Metall- und Stahlindustrie, das man auf diese Weise nicht nur entsorgen, sondern sich teuer bezahlen lassen kann. Hauptsächlich werden die Reste von Rindern, Schweinen und Hühnern zur Herstellung der Pulver und Kapseln verwendet. Es gibt aber auch das sogenannte "Marines Kollagen", das man aus Fischhaut und -flossen gewinnt. Als Fleisch- bzw. Fischesser kann man sich nicht beklagen, sondern mag diese vollständige Verwertung der Tiere sogar loben. Zumal das Endprodukt als Verjüngungs- und Stärkungsmittel ja nur Gutes verspricht. Wer möchte keine starken Gelenke im Alter haben und daneben auch noch glatte Haut?
Nun sitzt eine überaus sensible und empathische Frau vor mir, im Sternzeichen Fische, und ich staune über meine prompte Erkenntnis, dass sie ganz offensichtlich genau das fühlt, was die Tiere, deren Essenz sie einnimmt, fühlen. Das weiß man, weil man die homöopathischen Arzneien an gesunden Menschen geprüft hat, die dann, in menschliche Begriffe übersetzt, das dachten, fühlten, am eigenen Körper spürten, was diese Tiere empfinden. Denn Fakt ist, dass in allen Teilen eines Lebewesens all dessen seelische Inhalte gespeichert sind, weil auch die kleinste Zelle von eben diesem Bewusstsein erfüllt ist. Fakt ist auch, dass alle vom Menschen domestizierten Tiere, speziell die „Fleischproduzenten“, enorm leiden und somit dieses Leiden in den aus ihnen gewonnenen Produkten präsent ist. Das Stück Fleisch ist rasch verdaut, aber die Einnahme der im Kollagen verarbeiteten Substanzen hallt vergleichsweise lange nach bzw. wird früher oder später zum eigenen Gemütszustand, denn sie werden ja gezielt eingebaut, um eben das zu erreichen, was sie fördern. Aber neben den stabilisierenden Wirkungen an Haut und Skelett, können sich selbstverständlich auch körperliche und seelische Beschwerden dazugesellen, eben weil darin Bewusstsein wirkt. Im Fall der Tiere, durchtränkt von seelischem Schmerz.
Die Klientin beklagt, was typisch ist für Vogel-Arzneien: die verspannten Schultern, den Schmerz im Nacken und die Appetitstörung, die sich bei ihr als Heißhunger zeigt, aber auch die psychische Schieflage mit der Überempfindlichkeit der Sinne, Ruhelosigkeit und Reizbarkeit. Daneben treten die Kummer-Themen des Rindes hervor, das Gefühl, verlassen zu sein genauso wie die Stimmungsschwankungen, Erschöpfung und Ängste, kombiniert mit Übelkeit, Durchfällen und Unruhe. Außerdem beklagt sie Unreinheiten der Haut, die sie zuvor nie hatte, aber das sei ja Teil der Kollagen-Wirkung … erst mal soll es den Körper bereinigen.
Die Ergebnisse der Arzneimittelprüfungen der Kuh- und Schweinemilch sowie der Verreibung der Hühnerfeder, um die Essenz des Huhns einzufangen, sind in ihrem jetzigen Zustand unzweifelhaft zu erkennen. Es ist nicht erstaunlich, dass die Grundsubstanzen eben diese Beschwerden hervorrufen, die mit den potenzierten Arzneien therapierbar wären, wären sie „einfach so“ aufgetaucht, die jetzt aber letztlich ganz einfach dadurch kuriert werden, indem sie aufhört, das Kollagen zu nehmen, was eindeutig das klügere Vorgehen ist. Denn wann immer wir auf eine Substanz oder einen Umstand mit Unwohlsein, seelischer Dysbalance und krankhaft reagieren, begegnen wir dem ursächlichen Auslöser, indem wir ihn ausschalten, so er ausgeschaltet werden kann. Es nimmt ja auch niemand freiwillig weiterhin Allergene zu sich, wenn er weiß, dass er sie nur weglassen muss, um sämtliche Symptome zu beseitigen und sein Leiden überflüssig zu machen.
Glatte Haut und gesunde Gelenke lassen sich auch erreichen, wenn wir auf das zurückgreifen, woraus wir gemacht sind: Mineralstoffe! Homöopathisch aufbereitete Mineralstoffe, die auf der Zellebene wirken, wie die Schüßlersalze sie bereitstellen. Diese bieten, wenn sie in ihrer Mischung auf den individuellen Bedarf abgestimmt werden, die hochwertigste Prophylaxe, die wir uns nur wünschen können, und sind Gesundheitspflege und Schönheitskur zugleich. Dabei können wir dem Körper vertrauen, dass er mit diesen Bausteinen genau das macht, was unserem Leben am meisten zuträglich ist. Er repariert und erhält das, was für ein ganzheitliches Leben notwendig ist, und stellt notfalls alle Kosmetik hinten an, wenn das Körpersystem, die Organe oder das Skelett die Kräfte benötigen. Insofern ist er viel klüger als wir, die wir eitel sind und uns nur allzu gerne an Äußerlichkeiten orientieren. Er bemüht sich stets um das, was wesentlich ist, und bedient erst dann die Oberflächlichkeiten, wenn das Lebensnotwendige abgedeckt worden ist. Wenn also die Falten unter der Einnahme der Nr. 11 nicht einfach, wie gewünscht, verschwinden, dann darum, weil dieser Mineralstoff eine viel wichtigere Aufgabe im Stillen erfüllt: er hilft nämlich mit, brüchige Gefäße zu reparieren.
*Mineralstoffe sollten von einem ausgebildeten Berater/ Apotheker zusammengestellt werden, um ihre Wirkung optimal zu entfalten, denn jeder hat einen ganz individuellen Bedarf, und die Einnahme sollte in Abstimmung mit dem Hausarzt erfolgen.
*Pulsatilla ist eine homöopathische Arznei, die aus der Küchenschelle gewonnen wird. Sie gilt als typisches Frauenmittel und wird gerne bei hormonellen Dysbalancen eingesetzt. Im Übrigen ist sie das Typenmittel (Konstitutionsmittel) für weiche, nachgiebige, meist blonde Frauen und Kinder (manchmal auch Männer), die leicht weinen und viel Zuwendung brauchen.
Dies ist eine erdachte Geschichte, um dem interessierten Leser Beobachtungen, Erfahrungen und gesammelte Fakten näher zu bringen. Ähnlichkeiten mit bekannten Personen sind unbeabsichtigt und rein zufällig.
GAYA
LebensbegleitungBewusstseinsbildung
Karma - Arbeit