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Haus der Töchter - Haus der Söhne

"Um die Liebe eurer Eltern zu verstehen,
müsst ihr selbst Kinder aufziehen."

aus China


     In meiner Praxis und auch in meinem eigenen Dasein begegnen sie mir immer wieder, die verschiedenen Facetten einer Person. Sie selbst kennen sie sicherlich auch aus Ihrem Umgang mit anderen Menschen. Und vielleicht haben Sie auch Ihre eigenen, manchmal gegensätzlich scheinenden, Persönlichkeitsanteile schon kennengelernt.

Nur allzu oft beobachtet man, dass ein Mensch in so mancher Hinsicht wirklich reif und erwachsen scheint, ja fast schon weise, in anderer Hinsicht jedoch urplötzlich äußerst infantile oder auch primitiv wirkende Reaktionsweisen zeigt.
Dass er, der generell optimistisch im Leben steht, bei einer Kleinigkeit äußerst kleinmütig und pessimistisch reagiert oder in bestimmten Situationen einfach nicht, wie man es nennt, über seinen Schatten springen kann, furchtsam ist oder völlig uneinsichtig und intolerant.
Die Psychologie spricht hier in so manchen Fällen vielleicht von einer neurotischen oder schizoiden, wenn nicht gar von einer schizophrenen Persönlichkeit.

     Diese scheinbaren Widersprüche in einer Person, die in jedem Menschen und auch in uns selbst bestehen, sind Ausdruck der verschiedenen Persönlichkeitsanteile, die in jedem von uns lebendig sind.
Astrologisch lässt sich diese Aufspaltung mit den unterschiedlichen Planetenkräften erklären, die in uns wirken und denen wir auf die eine oder andere Weise Ausdruck verleihen.
Je mehr wir in unserer Mitte sind - und dazu gehört Bewusstsein -, umso mehr werden sie vereinheitlicht, umso harmonischer arbeiten sie zusammen.

Jedoch gibt es auf dem Weg dahin so Manches zu beachten.
Grundsätzlich ist es nämlich so, dass in vielen Menschen ein Anteil so beherrschend ist, dass er nur glaubt, vereinheitlicht zu sein und durch sein Verhalten auch andere glauben lässt, dass dem so wäre.
Dies ist zum Beispiel oft dann der Fall, wenn jemand permanent sehr diszipliniert, sehr bemessen und äußerst klar handelt. Wir schätzen einen solchen Menschen als integer ein und beneiden ihn vielleicht sogar um sein klar ausgerichtetes Vorankommen im Leben.

     Was wir nicht sofort sehen und darum nicht wissen, ist die Tatsache, dass in einem solchen Menschen ein Persönlichkeitsanteil so stark ist, eine Planetenkraft so massiv regiert, dass die übrigen Kräfte, die dieses scheinbar einheitliche Vorgehen mitunter empfindlich stören könnten, schlichtweg unterdrückt sind und nicht zu ihrem Recht kommen. So ist dieser scheinbar so vollständige Mensch im Grunde äußerst unvollständig und hat noch längst nicht zu seiner Ganzheitlichkeit und Einheitlichkeit gefunden.

Der Weg zu diesem Ziel der wahren Einheitlichkeit ist, sich aller Anteile in sich selbst zunächst bewusst zu werden, sie alle einmal nach vorn kommen zu lassen, sie zu betrachten und ihnen ihren angemessenen Platz im System zu geben, was immer bedeutet, dass keiner zugunsten der Übermacht eines anderen unterdrückt werden darf. Geschieht dies nämlich, was bei den meisten Menschen auf die ein oder andere Weise der Fall ist, dann resultiert daraus früher oder später eine Krankheit körperlicher oder seelischer Natur, da Krankheit immer eine Abweichung von der Mitte darstellt, eine Verschiebung der Kräfte zugunsten einer Seite in uns, wodurch die andere in ihrem Ausdruck verkümmert.


Haus der Töchter & Söhne - klicken um zu vergrößern


     Stellen Sie sich also vor, sie leben in einem Haus mit vielen Einzelwesen, wovon Sie, wie sie sich als Person sehen, eines sind. Oder stellen Sie sich vor, Sie sind eine Mutter - oder auch ein Vater - mit vielen Kindern.
In jedem dieser Haushalte gibt es also mindestens unterschiedliche Charaktere, oft aber auch enorme Größenunterschiede und verschiedenste Entwicklungsstufen bei den Bewohnern.

Betrachten Sie also Ihre inneren Schwestern oder Brüder, Ihre Freundinnen oder Freunde oder auch Ihre unterschiedlichen Kinder und machen Sie sich so ein Bild davon, wie es in Ihrem eigenen inneren Haus aussehen mag.
Da gibt es die selbstbewussten, erwachsenen Anteile ebenso wie die unbeholfenen, noch ganz kleinen, die strahlend - glücklichen und extrovertierten genauso wie die immer verträumten oder gar schüchtern - ängstlichen, die sich so gar nichts zutrauen.

     Können Sie sie wahrnehmen und vielleicht sogar benennen?
Und wie würden Sie mit einer solchen Sammlung von Einzelwesen nun umgehen, damit jedes davon zu seinem Recht kommt und sich willkommen, geliebt und in diesem Haus geborgen fühlt?
Würden Sie die kleinen Kinder oder die schüchterne Schwester verdrängen wollen, damit nur die großen und lauten Geschwister ihren Platz sichern können, denn schließlich gilt auch in der Natur das Recht des Stärkeren?
Oder würden Sie darauf bedacht sein, dass es gerecht zugeht in Ihrem Haus, dass jedes Kind, jede Person einen ihm oder ihr angemessenen Raum erhält und die ihm / ihr angemessene Zuwendung und Zeit?

Je nachdem, wie Sie sich nun entscheiden, geben Sie damit das Kräfteverhältnis, das in Ihrem eigenen Persönlichkeitshaus waltet, zu erkennen.
Haben die Kleinen, die Schwachen oder die Träumer und Nicht - Realisten keinen Platz bei Ihnen, dann verstecken Sie in Ihrem Haus Kellerkinder, die ein trauriges Schattendasein führen. Das bedeutet, Ihr Haus ist auch ein Ort der Bitterkeit und der Verleugnung.
Geben Sie hingegen allen Raum, auch den Kleinsten, dann ist Ihr Haus ein heller und lichtdurchfluteter Ort, wo alle wachsen und gedeihen können und von dort aus Harmonie in die Welt tragen.

     Astrologisch würde man das Persönlichkeitshaus mit dem individuellen Geburtsbild mit den Planeten als Personen darin beschreiben. Je nachdem, wie die Planetenkräfte darin verteilt sind, herrschen meist primär schon einmal Harmonie oder innerer Streit.
Und je nachdem, wie wir lernen, mit diesen Kräften in uns schließlich umzugehen, indem wir sie uns auf die eine oder andere Weise bewusst machen - was nicht zwangsläufig bedeutet, sie innerhalb der astrologischen Terminologie zu definieren ... Man kann keine Ahnung von Astrologie haben und trotzdem Harmonie in einen Haushalt mit widersprüchlichen Energien bringen - werden wir mit der Zeit unser vielgestaltes Wesen befrieden und unter das Regime unserer höchsten Kraft stellen, unserem höheren Selbst.
Das Höhere Selbst ist die Mutter oder auch der Vater unserer inneren Energie - Familie und sorgt für alle Familienmitglieder gleichermaßen.

Am ehesten wird uns dies verständlich, wenn wir zum Beispiel die Kräfte des Saturns ins Verhältnis zu den Kräften des Mondes setzen.
Saturn ist der Träger all jener Energien in uns, die uns disziplinieren, eingrenzen, fokussieren und fähig machen, für uns selbst, aber auch für andere die Verantwortung zu übernehmen. Er kann mitunter sehr streng wirken und uns einem Leben in Kargheit und Kälte aussetzen. Er ist immer der Lehrer und manches Mal auch der General in uns.
Der Mond symbolisiert unsere emotionalen Bedürfnisse, unser Gefühl und Empfinden, unseren Wunsch nach Geborgenheit, Wärme und Versorgtwerden, nach einer Mutter. Er steht für das innere Kind, aber auch für unsere eigene Mütterlichkeit in Bezug auf andere.

     Ist nun das Saturn - Prinzip in einem Menschen übermächtig und wird es zu Ungunsten des Mondes gelebt, so kommt es zu einer emotionalen Unterversorgung des Gefühlswesens. Zwar ist dieser Mensch dann unter Umständen in der Welt sehr erfolgreich, weil er die saturninen Kräfte des Ehrgeizes und der Selbstdisziplin maximal umsetzt, sein Gefühlsleben wird aber sehr darunter leiden. Sein inneres Kind fristet also ein abgedrängtes Dasein und wird zum traurigen Kellerkind.
Aufgrund dessen kann er Krankheiten entwickeln, die wir von eben jenen erfolgsgekrönten Karrieremenschen so gut kennen und die dem leidenden Mondanteil in ihm entstammen, wie etwa Gastritis und Magengeschwüre.
Der Mond regiert astromedizinisch den Magen und die weibliche Brust. Leidet also das Mondprinzip in einem Menschen, so zeigt sich dies an den damit verbundenen Körperteilen.

So hat jedes Planetenprinzip immer auch eine körperliche Entsprechung und kann jede Verletzung eines Prinzips sich unmittelbar in diesem Sinne als Krankheit zeigen.
Vom eher herkömmlichen Wertedenken kommend, sagt man dann, der Mensch reagiere auf den Stress und wegen des unregelmäßigen oder wenig gesunden Essens mit diesen Beschwerden. Auch das ist natürlich richtig. Und die Empfehlung, Stress zu vermeiden, kommt denn ja auch dem emotionalen Wesen zugute, da man dann netter zu sich selbst ist, Dinge tut, die einem gefallen und die gemütlich sind - also dem Gemüt = Mond entsprechen.

     Wenn wir uns unserer inneren Planetenfamilie bewusst geworden sind und alle Anteile in ihr aufrichtig pflegen, auch die teilweise ungeliebten und ungewollten Kinder darin, wird sich Harmonie in Körper und Geist bei uns einstellen. Das Haus der Töchter und Söhne wird befriedet werden, da alle darin zu ihrem Recht kommen. So werden wir gesund und heil.

Ein besonders unbeliebter Geselle ist in diesen Haushalten übrigens oftmals der Uranus, weil er - wie ein Teenager dies in einer Familie auch tut - gegen alles angeht, sich uneinsichtig zeigt, rebelliert und nicht das macht, was von jeher gut und richtig gewesen ist.
Über den Uranus lesen Sie hier, wenn seine Zeit im Jahreslauf gekommen ist, also im Februar.


"Einswerdung ist das große Geheimnis der Natur.
Einswerdung ist die Bestimmung aller Dinge.
Je mehr sich ein Wesen der Einswerdung nähert,
desto vollkommener wird dieses Wesen."

Eckartshausen



Auszug aus dem Buch "Ringe im Wasser", das im Frühjahr 2011 bei Amaryllis Skripte & Publikationen erscheinen wird.


 
 
Dieser Bereich wird laufend aktualisiert und es kommen ständig neue Artikel / Notizen hinzu. Also - öfter mal reinschauen!
 
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