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Der Schwan - Cygnus Cygnus
     Vor kurzem bin ich durch ein kleines Mädchen mit dem Schwan in Berührung gekommen und möchte nun hier meine bisherigen Erkenntnisse dazu wiedergeben.

     Betrachten wir zunächst kurz das Tier und seine Lebensart. Der Singschwan (Cygnus Cygnus) verdankt seinen Namen der Tatsache, dass er ein beredter und kommunikativer Vogel ist und sich beständig in vielfältigem Lautkontakt mit seiner Umwelt befindet, wobei viele seiner Laute und Rufe an einen Gesang erinnern. Er ist kleiner als der Höckerschwan (Cygnus olor) und zeichnet sich im Gegensatz zu diesem nicht durch die uns so vertraute typische, gebogene Schwanenhals - Haltung aus, sondern trägt seinen Hals gerade und gestreckt.

Höckerschwan      Singschwan

     Schwäne sind bekannt dafür, monogam zu leben. Mit der recht späten Geschlechtsreife mit rund vier Jahren wählen sie einen Partner aus, dem sie ein Leben lang treu bleiben. Stirbt der Partner, bleiben die Vögel in der Regel bis zu ihrem eigenen Tod allein. Nur durch diese monogame Grundhaltung, so meinen die Wissenschaftler, sei das Fortbestehen der Art gesichert, da Schwänen innerhalb des Jahreslaufs einfach nicht genug Zeit bleibt, um immer wieder neue Partner zu umwerben, zu balzen und sich schließlich zu paaren. Außerdem kann das Überleben der Jungen nur dadurch eine reale Chance bekommen, dass beide Eltern sich um sie kümmern und nicht das Weibchen alleine dafür verantwortlich ist, sie großzuziehen und gleichzeitig gegen Feinde zu verteidigen. Außerhalb der Brutzeit sind die Tiere auffallend sozial und gesellig und vertragen sich ausgesprochen gut mit ihren Artgenossen.
Singschwäne haben in der Freiheit eine Lebenserwartung von etwa 8 Jahren. In Gefangenschaft können sie wesentlich älter werden. Ihre Heimat sind Tundra und Taiga. Sie können bei ihren Überwinterungen aber auch in Mitteleuropa gesehen werden. Hier bevorzugen sie die norddeutsche Tiefebene und die Küstengebiete als Aufenthaltsort.
Der Singschwan ist auf der Roten Liste der bedrohten Arten notiert. Vom Aussterben bedroht ist er, weil vor allem sein Lebensraum immer mehr schwindet und auch die Nachzucht durch Nesträuberei und die Jagd durch den Menschen stark gefährdet ist.

     Als homöopathisches Arzneimittel ist der Singschwan erst in ganz junger Zeit in unsere Welt gekommen und das Mittel Cygnus Cygnus wurde bisher noch selten angewendet, auch darum, weil es vielen Homöopathen noch an den nötigen Einsichten in seine Essenz fehlt. Das Erscheinen dieses neuen Sterns am Himmel der Homöopathie haben wir einem "Zufall" zu verdanken. Der bekannte britische Homöopath Jeremy Sherr, der uns mit einer Reihe neuer, sehr wichtiger Essenzen beschenkte (z.B. Chocolate), hatte während eines Finnlandaufenthaltes mit starken Nackenschmerzen zu kämpfen und wusste nicht, welches Homöopathikum in diesem Fall nun das passende Heilmittel wäre, als er mit seiner Frau nach einem Saunabesuch, just als er gerade wieder seinen schmerzenden Nacken rieb, durch einen vorbeiziehenden Schwan durch dessen geraden, gereckten Hals den Impuls erhielt, sich bezüglich seiner Nackenschmerzen einmal mit diesem Tier zu beschäftigen. 

     Die Essenz der sehr sorgfältig ausgeführten homöopathischen Arzneimittelprüfung von Jeremy und Camilla Sherr, für die aus einer Feder eines Singschwans die C 30 - Potenz hergestellt worden war, zeigt uns Cygnus Cygnus als ein Mittel gegen tiefe Trauer und tiefen Schmerz, vergleichbar mit den alten, uns so vertrauten Arzneien Ignatia und Natrium muriaticum. Jedoch geht diese Trauer noch tiefer und ist in Schichten anzutreffen, in die weder Ignatia noch dessen chronische Arznei Natrium muriaticum hinabreichen. Der Schmerz um das Verlorene, die Trauer um einen geliebten Menschen, ist so tief, dass sie mit jedem Tag aufs Neue auflebt und erfahren wird, egal, wie viele Jahre auch vergangen sein mögen.
Tief drinnen ist der Schwan auf der Suche nach seinem Ideal der Liebe und Partnerschaft, die er nur in seinem Seelengefährten zu finden glaubt. Er ist also auf der sehnsüchtigen Suche nach seinem Seelengefährten und er will sich nur mit dem einen verbinden, von dem er weiß oder glaubt, dass er der Seelengefährte sei. Der Verlust des Partners oder eines anderen geliebten Menschen (oder auch Tieres - wer weiß ...) bedeutet für ihn darum auch der Verlust dieses Seelenpartners und macht ihn deshalb so untröstlich.

     Im realen Leben wird Cygnus nicht nur gebraucht, um den Verlust durch den Tod des Geliebten zu verarbeiten, sondern auch wenn es sich um den Tod des geliebten Ideals handelt, herbeigeführt durch das, was in der schließlich gelebten, weltlichen Beziehung erfahren wird, diese zur Enttäuschung wird durch den Verlust des Traumes, des Ideals und die bittere Erfahrung der Ernüchterung und Enttäuschung gemacht wird im Angesicht der realen Umsetzung und Umsetzbarkeit dieser höchsten Liebe.

     Nehmen wir das Neptun - Venus - Prinzip im Kosmos, welches ja das höchste Ideal des Liebens zu verwirklichen sucht und stellen wir es mitten hinein in die Realität aus sexuellen Begierden und Machtspielen, aus Egointeressen, aus innerem wie äußerem Schmutz und Ausbeutung, in einer Welt von Kindesmissbrauch, Prostitution, Brutalität und Vergewaltigung, dann bleibt nur der untröstliche Schmerz über den Verlust des ersehnten und erstrebten Paradieses.
Der Schmerz über den Verlust des Himmels, der Klarheit und Weite, der Unberührtheit und Reinheit.
Darum möchte der Schwan davon fliegen ? Fliegen, Verlangen zu: (Roger van Zandvoort, Complete Repertory), dem Leid entkommen und wieder frei sein von den Niederungen des Geistes, sich lösen vom Schmutz der Weltlichkeit, der Verstelltheit und Unzugänglichkeit des Reinen, Wahren, Einen, um sich rückzuverbinden mit dem Eigentlichen, das er kam, um es in der Welt wahr werden zu lassen.

     Die astrologischen Elemente, die uns in Cygnus begegnen, sind ganz offensichtlich nicht nur das Neptun - und Venus - Prinzip (sowohl der Venus des Morgens wie der Venus des Abends ? Stier und vor allem auch Waage), sondern auch der Uranus und in einem hohem Maß die Plutokraft, welche in diesem Wesensprinzip sichtbar wird. Pluto und das achte Haus, die für das Ideal und die Verwirklichung des Ideals stehen. Pluto, der auch Symbol ist für die Verdrängung, das Abgedrängte und das Verwunschene in der Welt. Der Schwan ist als Symbol des Plutos auch Träger der Plutokräfte, der Mensch oder auch das Tier, das Cygnus braucht, zwangsläufig darum auch angeschlossen nicht nur an die eigene Prinzipienverhaftung, sondern ebenso an die kollektiven Kräfte der Verdrängung und damit Teil des großen Schmerzes. Im Schwan leidet nicht der Einzelne allein, hier leidet die Welt an einer Verletzung des Himmels und bringt der Einzelne dies in sich als übermäßigen Schmerz hervor, der nicht zu trösten ist.
In diesem erweiterten Sinne muss Cygnus Cygnus darum den Plutomitteln zugeordnet werden. Nicht als ein Ausdruck der gespannten Zwanghaftigkeit wie sie uns z.B. in dem Pluto - Mars - Mittel Stramonium begegnet und seinem kompensatorischen Verhalten, indem der Pluto dem Unbewussten noch zum Schutze dient, sondern als geöffneter, sich preisgebender Pluto - Neptun - Bezug, indem das Leid aufbricht, welches Verdrängung sowie Kompensation ausgelöst haben.

     Somit sehe ich im Schwan selbst einen Träger und in diesem Mittel einen großen Heiler vom Leid der Welt. Durch diesen Stoff wird keine Wahnidee im herkömmlichen Sinne hinweg genommen, sondern eine wesentliche Kraft in der Welt von ihrem Trauermantel befreit, um dann mit einem geweiteten Herzen und in einer geweiteten Sicht der Dinge "ja" zu sagen zur Realität als einem Ausdruck des Übergangs. Eine Realität, die nur als Maya, als Schein, begriffen werden sollte, hinter dem das Eine und Wahre dennoch sehr wohl immerdar existent ist.
Denn letztlich, auch wenn wir scheitern, so scheitern wir nur auf der Ebene der materiellen Existenz, nicht aber auf der Ebene der Seele. So kann der Seelenpartner ja auch nicht wirklich verloren gehen, sondern bleibt weiterhin existent und spürbar und wahrnehmbar, so wie es der Wahrheit entspricht. Insofern haben wir vielleicht eine Wahnidee, die wir dem Mittel zuordnen können: "Seelenpartner, verloren zu haben, glaubt", während dies nur in den äußersten Schichten des Seins eine Tatsache sein kann, niemals aber im seelischen und geistigen Sinne.

     Wir begegnen im Skorpion - und Pluto - Prinzip einem wesentlichen Problem, das auch im Schwan zum Ausdruck kommt. Nämlich dem, dass Pluto, der die Rolle des Priesters innehat, also des Vermittlers zwischen Oben und Unten, zwischen Gott und Mensch, davon ausgeht, zu wissen, wer und was Gott ist. Damit setzt er sich auf eine gewisse Weise an die Stelle Gottes, während die göttliche Kraft oftmals ganz andere Wege sinnvoll geht, als dies dem Pluto sinnvoll scheint. Darum wird er solche Erscheinungen, die nicht seiner Vorstellung entsprechen, auch nicht als göttlich verstehen.
Durch die Bereinigung dieser festen Plutovorstellungen durch den Neptun, wie wir dies über das Mittel Cygnus Cygnus bereitstellen, kann nun andererseits die tiefe transformatorische Kraft des Plutos nach vorn kommen und muss sie nicht gebunden bleiben in den Zwängen der festen Bilder, wo sie sich durch diese in eine zerstörerische Macht verwandelt, die sich beständig gegen den Fluss und die Wahrheit des Lebens richtet, anstatt als Wegweiser schöpferisch und jede lebendige Form unterstützend Mut zu machen und Zuversicht zu spenden.

Gate gate paragate parasam gate bodhi svaha
Gone, gone, gone beyond, gone beyond beyond, hail to the goer.

Tantra der buddhistischen Lamas


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